Hundevermittlung
- fellige-sportsfreu
- 20. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Jan.
Für gewöhnlich sind die meisten Welpen in einem guten Alter ab 8. Wochen bereit, um das Rudel zu verlassen und bei ihrer neuen Familie einzuziehen.
Im Idealfall hat man bereits zur Deckungsplanung verbindliche Kaufverträge über eine bestimmte Anzahl von bestellten Welpen mit ihren zukünftigen Haltern geschlossen.
Die schwierige Suche nach geeigneten Haltern, während man sich noch 24/7 um die kleinen Hundebabys kümmern muss, entfällt im Idealfall.
Kam der Nachwuchs ungeplant (aber erwünscht), ist es angeraten, bereits vor dem Wurf die Vermittlung zu bewerben.
Seit Anfang 2024 können Hundewelpen nicht mehr auf sehr bekannten Plattformen vermittelt werden, ohne eine amtstierärztliche Bescheinigung nach Paragraph 11 TierSchG vorweisen zu können.
Angeblich zum Wohle des Tieres.
Tatsächlich handelt es sich jedoch dabei um eine geläufige Fehlinterpretation.
Eine Erlaubnis gemäß Paragraph 11 des TierSchG ist zur KONTROLLE und möglichst zur VERHINDERUNG von Hundehändlern, Starkvermehrern mit mehr als zwei Würfen pro Jahr und den klassischen Welpenfabriken gedacht.
Es ist eben KEIN QUALITÄTSZERTIFIKAT einer Zuchtstätte!
Hundenachwuchs aus Liebhaberei, der sogenannten Hobbyzucht, der liebevoll, fürsorglich und verantwortungsbewusst mit Familienanschluss im Haus mit Garten gezogen wird, fällt natürlich nicht unter die PFLICHT sich nach Paragraph 11 TierSchG behördlich kontrollieren und genehmigen zu lassen!
Diese Tierliebhaber haben nun das Nachsehen durch einen stark eingeschränkten Marktplatz, um andere zukünftige Hundehalter ebenfalls an ihrem Hundeglück teilhaben zu lassen.
Der Hund als treuer Begleiter des Menschen seit mindestens 35.000 Jahren, ist dadurch nicht von dem Aussterben bedroht, jedoch kann die Vermittlung je nach Rasse schon erschwert werden!
Ca. 80% der zur Vermittlung beworbenen Hunderassen weisen leider bereits sofort sichtbare Qualzuchtmerkmale auf, die durch genetische Defekte hervorgerufen werden.
Z.B. ein Hund mit blauen Augen ohne Huskygene, wird für gewöhnlich schnell an Sehkraft und Hörvermögen verlieren.
Von den Problemen mit inneren Organen wie z.B. den Nieren ganz abgesehen.
Die Hundehalter in Deutschland bevorzugen Hunde mit Qualzuchtmerkmalen, was durch Social Media und Trends noch verstärkt wird.
Ein Hund aus dieser Gruppe kann sehr teuer und schnell vermittelt werden.
Obwohl diese Gruppe an Hundehaltern sich durchaus der bevorstehenden Kosten für notwendige veterinärmedizinische Eingriffe und der verkürzten Lebenserwartung ihrer Vierbeiner bewusst sind.
Natürlich möchte keiner dieser Hundehalter tatsächlich in der Haut ihrer Vierbeiner stecken, die ihr Dasein mit bedingungsloser Liebe und Dauerschmerzen überstehen.
Ein mittelgroßer bis großer gesunder, wesensstarker Hund hat es generell auf dem deutschen Markt schwerer ein geeignetes liebevolles Zuhause zu finden.
Man kann es als Züchter egal welcher Rasse einfach haben, indem man das Tier direkt verkauft.
Der Interessent kommt, bezahlt und der Welpe ist weg.
Sollte der Käufer anschließend feststellen, dass der Kauf nicht passend war, besteht die Gefahr des Rücktritts vom Vertrag mit allen Unannehmlichkeiten für den Züchter.
Bleibt der Käufer in so einem Fall auf dem unerwünschten Kauf sitzen, wird der Hund bestenfalls weitervermittelt oder landet im Tierheim.
Der Züchter der rechtssicher vermitteln möchte, egal ob einen Modehund oder eine gesunde Rarität, muss für die Vermittlung Zeit und finanzielle Ressourcen aufbringen.
Es müssen die geeigneten und verfügbaren Marktplätze ermittelt werden.
Die erhöhte Aufmerksamkeit einer Werbemaßnahme kostet für gewöhnlich Geld.
Der Erfolg hängt jedoch alleine von der Bekanntheit der Hunderasse (auch bestimmte Mischlinge ohne anerkannte Rasse) und der mit ihr verbundenen positiven oder negativen Vorurteile zusammen.
Deshalb kann das Wohnumfeld des Züchters von Bedeutung für die Vermittlung sein.
Ein Wohnumfeld mit vielen geeigneten Hundehaltern sympathisiert mit dem guten Züchter, sowie dessen freundlichen Hunden und durch Plaudereien kann es zu einem positiven Ruf beitragen, der die Vermittlung direkt in der Nachbarschaft und in der weiteren Wohngegend fördert.
Hier kann es vollkommen reichen einen Werbe-Aushang in allen sozialen Treffpunkten und an schwarzen Brettern zu machen.
Bei einem schlechten Wohnumfeld mit ungeeigneten Hundehaltern kann gerade ein guter Züchter nicht viel gegen die Möglichkeiten und Auswirkungen der üblen Nachrede bis hin zu Verleumdungen ausrichten.
Gerichtliche Schadenersatz- und Unterlassungsklagen kosten erstmal den Züchter Zeit und Geld, welches er ursprünglich für die Versorgung und Vermittlung des Hundenachwuchses eingeplant hatte.
Die Qualität des Wohnumfeldes kann daher sehr entscheidend sein, ob die Vermittlung erfolgreich wird oder sich mühsam hinzieht!
Der gute Züchter berücksichtigt daher um seiner selbst Willen im Vorfeld, ob der Sitz der Zuchtsstätte für das Vorhaben geeignet ist.
Ist ein geeigneter zukünftiger Hundehalter gefunden, kann der Hund auf eigenes Risiko des Züchters sofort verkauft und dem fremden Käufer mitgegeben werden.
Ein weiterer Kontakt mit den Käufern, auch über fotodokumentarische Nachweise, dass es dem Hund dort wohl ergeht ist dringend -vertraglich zugesichert- zu empfehlen.
Dies ist für gewöhnlich bis zu einem Alter von ca. fünf Monaten mit einem Welpen möglich.
Ideal ist es aber naturgemäß nicht.
Und Hunde sind Individuen!
Nach dem fünften Monat, sollte der Welpe aus Gründen noch keine neue Familie gefunden haben, ist ein behutsameres Vorgehen empfehlenswert.
Der Kaufinteressenten kommt zum Kennenlerntermin, verliebt sich und geht mit seinem Traumhund nach dem ersten Spielen und Beschnuppern z.B. erstmal eine dem Hundekind bekannte kleine Gassiroute.
Dabei kann der Züchter sich auch schon von der Wahrscheinlichkeit der Eignung der neuen stolzen Hundebesitzer überzeugen.
In der Regel haben echte Interessenten viele Fragen, daher ist auch bis zu vier Stunden Gesprächszeit einzuplanen.
Arbeitszeit, welche der Züchter -noch- nicht entlohnt bekommt!
Dies muss, teilweise spontan, in die tägliche Routine mit integriert werden.
Es können ergänzend zur Bedenkzeit noch beliebig weitere Termine folgen, jedoch sollte der Hund mindestens einmal für ein paar Stunden in dem zukünftigen neuen Zuhause verbracht haben, um eine erste Verbindung und ein Gefühl der Vertrautheit mit der neuen Wohnstätte zu schaffen.
Dieser Aufwand ist nur zum Wohl des Tieres und der neuen Familie!
Der Welpe ist für gewöhnlich mit fünf Monaten in einer neuen Phase, ähnlich der Fremdelphase eines Kleinkindes, weshalb eine sofortige Mitnahme des beim Züchter so umgänglichen Tieres, bei diesem großes Entsetzen und Ängste auslösen kann.
Das Hundekind vertraut durch Gewohnheit seinem Züchter und zeigt sein ursprüngliches entspanntes Verhalten.
Die neue Familie ist absolut fremd!
Und die wenigsten neuen Hundehalter können sich zusammenreißen und dem Familienzuwachs in den ersten Wochen die Ruhe gönnen, die das Tier zur Akklimatisierung benötigt.
Der gute Züchter ist natürlich jederzeit zur Beratung bei aufkommenden Problemen bereit und kann vernünftige Lösungsansätze aufgrund seiner Sachkunde anbieten.
Ein guter Hundehalter ist jedoch bei fehlender Sachkunde bereit, diese sich freiwillig in einer für ihn geeigneten Hundeschule zu erwerben.
Ein hundeerfahrener Hundehalter kann die meisten Anforderungen selbstständig bewältigen.



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